Alpencross 2014

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Video und Reisebericht

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Zielsetzung

Bisher hatte ich jedes Jahr eine Alpenüberquerung mit dem Mountainbike gemacht. Das erfordert natürlich spezielles Training mit dem Fahrrad in den Bergen, doch 2014 hatte ich dafür aus privaten Gründen einfach zu wenig Zeit. Gar kein Alpenabenteuer zu erleben war jedoch auch keine Option, und so habe ich mich entschieden, zum ersten Mal zu Fuß über die Alpen zu wandern. Das müsste nach meinen Schätzungen für mich auch ohne spezielles Training zu schaffen sein. Da man beim Wandern naturgemäß langsamer unterwegs ist und weniger erschöpft ist als beim Mountainbiken, würde ich die Natur der Alpen noch intensiver genießen können. Ich wollte mir mehr Zeit zum Fotografieren nehmen und noch mehr die Landschaft und Natur beachten, als bisher.

Ich wollte meine Alpenwanderung ähnlich minimalistisch angehen, wie die vergangenen Mountainbike-Touren. Das heißt ich würde mich beim Gepäck stark einschränken und nur das Nötigste mitnehmen. Ich hatte keine Lust, einen 15-Kilo-Schrank am Rücken herumzuschleppen, denn sonst hätte ich auch gleich mein Mountainbike mitnehmen können. Davon abgesehen war ich der Meinung, dass man auch mir sehr wenig Gepäck auskommen kann, wenn man seine Ausrüstung vernünftig zusammenstellt und nicht tagelang bei allzu schlechtem Wetter unterwegs ist. In Bezug auf das Wetter liegt beim Wandern meine Toleranzschwelle jedoch deutlich höher, als beim Mountainbiken. Ein Regentag ist weniger unangenehm, weil man sich nicht derart anstrengen muss und nicht so stark schwitzt, wie beim Fahrradfahren.

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Gepäck für die Alpenüberquerung zu Fuß 2014

Die Route

Da mir nur etwa eine Woche zur Verfügung stand und ich auf Schusters Rappen nicht annähernd die Kilometerleistung schaffen konnte wie mit dem Fahrrad, endete die Tour in Südtirol. Loswandern würde ich in Oberstdorf. Dort würde ich bestimmt auf viele Wanderer treffen, die den klassischen Fernwanderweg E5 von Oberstdorf nach Meran nehmen. Dies waren zwar auch die Eckpunkte meiner Route, jedoch würde ich möglichst bald vom E5 abweichen und dann auf individuell ausgesuchten Pfaden nach Meran laufen.

Beim Zusammenstellen der Route hatte ich darauf geachtet, dass ich mich viel im Hochgebirge auf > 2000 m bewege und nur zum kurzen Durchqueren von Tälern wieder absteige. Das Ziel war, möglichst wenigen Menschen und möglichst wenig Verkehr zu begegnen. Ohne Fahrrad auf dem Buckel war dies natürlich wesentlich leicher zu verwirklichen. Dass die Wege dort teilweise sehr anspruchsvoll sein werden, machte die Sache für mich interessant und spannend. Teilweise wollte ich mich in Gelände begeben, in dem es gar keine richtigen Wege mehr gibt. Es würde also sicher wieder ziemlich abenteuerlich werden. Viel mehr als 20 km Laufleistung am Tag ist unter solchen Umständen sicher nicht drin. Eine genaue Schätzung traute ich mir nicht zu, weil ich mit mehrtägigen Wanderungen kaum Erfahrung hatte.

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Die Tour beginnt in Oberstdorf und führt auf dem klassischen E5-Fernwanderweg ins Trettachtal hinein. Von der Spielmannsau geht es durch den Sperrbachtobel zur Kemptner Hütte und weiter hoch zum Mädelejoch, bevor der Abstieg nach Holzgau ansteht.

Es folgt ein Anstieg zur Frederik-Simms-Hütte und dem Kälberlahnzugjoch (2590 m), und wieder laufe ich auf einem teilweise sehr anspruchsvollen Steig deutlich über 2000 m bis zum Hinterseejoch (2480 m), bevor ich wieder ins Tal nach Schnann absteige. Ein vergessener Pfad führt über die Ganatschalpe ins Malfontal. Ich komme an der Edmund-Graf-Hütte vorbei. Ich steige direkt über das Kappler Joch (2670 m). Danach kommt ein langer Abstieg nach Unterbichl.

Durch das Grübeltal geht es bergauf zum Oberen Malfragkopf (2780 m). Von hier aus bleibe ich für einige Kilometer auf über 2500 m. Die Ochsenscharte mit 2790 m ist dabei der höchste Punkt. Durch das Stubental laufe ich anschließend hinunter nach Pfunds. Nun beginnt ein sehr langer Anstieg über den Klammsteig ins Nauderer Tschey. Etwa 18 km führt der Weg ständig bergauf, bis ich die Tscheyer Scharte (2810 m) erreiche. Danach geht es ab nach Melag.

(Es war ursprünglich geplant gewesen, von Melag über die Planeiler Scharte, die Freibrunner Spitze, die Rappenscharte und das Mastaunjoch ins Vinschgau weiter zu wandern. Die Schneeverhältnisse haben jedoch dazu geführt, dass ich dieses letzte Stück kurzfristig aus der Planung gestrichen habe.)

Gesamtstrecke: 88 km
Gesamtanstieg: 6.750 Hm

Bei fünf Tagesetappen erwarten mich durchschnittlich etwa 1350 Hm und 18 km pro Tag.